Samstag, 5. April 2014

Akensore

Radiopassiveboy macht ein kleines Schläfchen.

Neue Musik gibt es trotzdem, und zwar von meinem frisch geschlüpften Projekt "Akensore". Wieder im Alleingang, aber diesmal auf englisch und etwas anders.

https://akensore.bandcamp.com/
https://www.facebook.com/akensore


Mittwoch, 10. Juli 2013

Barmbek

Vor vier Jahren war dieser Song mein Abschiedsgruß an Hamburg und ich freue mich sehr, dass Dank Jennifer Berning nun ein wunderschönes Duett daraus geworden ist.


Den Song gibt es hier zum kostenlosen Download:
http://radiopassiveboy.bandcamp.com/



Freitag, 22. März 2013

Augen und Ohren

Endlich, wie angekündigt und pünktlich zum Frühling ist das Video zu "Hier im Dunkel" fertig. Florens Huhn führte Regie und jagde Hauptdarsteller Falk bei Minusgraden halbnackt durch das nächtliche Hamburg. Die wunderschönen Bilder entschädigen sicherlich für die Erkältung.



Für die Ohren gibt's auch was, denn die 5 neuen Songs von "Stirling Teil 3" sind ab sofort kostenlos zu hören und runterzuladen.

Mit der Reihe von Stirling -EPs ist jetzt wohl erstmal Schluss. Mal schauen, was als nächstes kommt. Ich glaube - Rock.
Viel Spaß beim Hören und Gucken

*Ben*



Donnerstag, 20. Dezember 2012

Donnerstag, 18. Oktober 2012

Videodreh in Hamburg

Das Wetter war gut zu uns - an einem schönen nachsommerlichen Tag begannen vergangenes Wochenende die Dreharbeiten zu einem kleinen Musikvideo. Der Songtitel wird noch nicht verraten. Mal gucken wie das Ding aussieht, wenn alles im Kasten ist!


Donnerstag, 21. Juni 2012

Er trommelt wieder

Der kleine Benjamin sitzt mal wieder hinter seinem großen Schlagzeug und trommelt. Letzte Woche mit Alkali Lake in Hilden...


Freitag, 15. Juni 2012

Soundtrack

Vor knapp 2 Jahren fragte mich mein Bekannter Florens von der coolen Hamburger Firma Redsphere Film, ob ich den Soundtrack für seinen neuesten Kurzfilm machen wollte. Klar wollte ich! Man wächst ja bekanntlich an seinen Aufgaben und Filmmusik hatte ich bisher noch nie gemacht. So entstanden 25 Minuten Musik für eine 50 Minuten lange Coming-Out-Geschichte  - so viel zum Thema Kurzfilm :-)

Den wunderschöne Ergebnis heißt "Wie die Wolken" und ist frei im Netz anzuschauen.

Den Song "Sekunden" vom Soundtrack gibt es hier zum anhören und runterladen.



Dienstag, 22. Mai 2012

Das Holzbein von nebenan

Vor zwei Wochen steckte dieses Holzbein plötzlich hinter dem Zaun gegenüber meiner Haustür. Ich hoffe inständig, dass es mich nicht in die Verlegenheit bringt, folgendes Zeitungsinterview geben zu müssen. 

ZEITUNG: Herr D., Sie wohnen fünf Meter vom besagten Krankenhaus entfernt, gucken vom Schreibtisch aus direkt auf den Hof des Anbaus, dessen Bild seit Wochen alle Nachrichten füllt - behaupten Sie wirklich, Sie hätten niemals irgendwelche Anzeichen dafür bemerkt, dass sich im Keller des Gebäudes eine Kinderschredderei befindet? Eine Anlage in der jahrelang systematisch Kinder gehexelt wurden?

ICH: Nein. Eigentlich nicht.

ZEITUNG: Aber Sie müssen dir Kinder doch gesehen haben?

ICH: Ja schon... es spielten immer Kinder im Hof. Mit Bällen oder sie spielten Fangen.

ZEITUNG: Was haben Sie gedacht, was das für Kinder sind?

ICH: Ich dachte die liegen da im Krankenhaus.

ZEITUNG: Sie dachten die Kinder sind krank, liegen im Krankenhaus und spielen zwischendurch einfach mal Fangen, bevor sie sich wieder krank ins Bett legen?

ICH: So wie sie es jetzt sagen, klingt es etwas seltsam. Aber in Grunde habe ich das gedacht, ja.

ZEITUNG: Und dass es jeden Tag andere Kinder sind, ist Ihnen nie aufgefallen.

ICH: Nein - Kinder unter 8 Jahren sehen für mich alle mehr oder weniger gleich aus.

ZEITUNG: Ist das Ihr Ernst?

ICH: Ich habe einfach nie genau hingeguckt, was da für Kinder spielen. Das kam mir völlig normal vor.

ZEITUNG: Fanden Sie es auch "völlig normal", als Sie das abgehackte Bein eines Kindes hinter dem Zaun Ihres Nachbarhauses gefunden haben?

ICH: Ich dachte es wäre ein Holzbein.

ZEITUNG: Wie bitte? Sie dachten es wäre ein Holzbein?

ICH: Es ist halt ein Krankenhaus.

ZEITUNG: Sie werden doch eine Holzprothese von einem Leichenteil unterscheiden können? Und abgesehen davon - finden Sie es normal, dass hinter einem Zaun zum Krankenhaus eine Beinprothese liegt?

ICH: Nein. Das fand ich auch seltsam. Deswegen habe ich es ja fotografiert.

ZEITUNG: So weit sind wir also? Wenn man eine Leiche findet, oder zumindest einen Teil davon, ruft man nicht die Polizei oder macht sich überhaupt irgendwelche Gedanken, sondern man fotografiert es und vergisst die Sache?

ICH: Ich dachte ja es wäre ein Holzbein.

ZEITUNG: Erlauben Sie mir einen persönlich Kommentar. Selbst wenn sie strafrechtlich mit dieser "Holzbein"-Story durchkommen sollten, hoffe ich, dass Sie die Seelen dieser geschredderten Kinder den Rest Ihres Lebens heimsuchen werden - jede einzelne Nacht Ihres erbärmlichen Lebens. Vielen Dank für das Interview.

Samstag, 7. April 2012

Frühling...

...und ich weiß schon, was ich am nächsten warmen Nachmittag mit meinen Brotresten mache.


Montag, 19. März 2012

Bandcamp

Drei neue Zelte gibt es im Bandcamp, eines sympathischer als das andere.

Erinnert sich noch jemand an die Benetzten Schrötzer? Die Flensburger Punkband, bei der ich Schlagzeug spielend und Bier trinkend meine Jugend verschwendet habe? Auf gefühlte 1000 Konzerte kamen erstaunlicherweise nur 3 Alben, weil wir eigentlich immer mehr Lust auf Verkleiden und Rocken hatten, als auf Proben. 10 Jahre nach dem letzten Gig gibt es nun alle Alben zum kostenlosen Download, und wenn man sich die verrauschten ersten Vierspurenaufnahmen heute so anhört, hat man das Gefühl man hätte ein altes Buch im Bibliothekskeller in der Hand: Ein bisschen müffelig und eklig, aber immerhin sowas wie musikalisches Kulturerbe.

Ganz frisch und rosig hingegen ist die frischgeschlüpfte EP von Alkali Lake. Das sind die Jungs mit denen ich momentan meine Freizeit verbring,e um mir am Schlagzeug Blasen an den Händen zu holen. Letzten Samstag ist offiziell die Live-Saison gestartet worden, und ich freue mich über einen alten Bekannten: das Lampenfieber! Wunderbar, wenn einem das Adrenalin ins Blut zischt und alle Stücke viel schneller macht, als man sie mal aufgenommen hatte. Anschauen kann man sich das auf diesem Videobeweis.

Und natürlich gibt es auch ein kleines Zelt von Radiopassiveboy im Bandcamp. Geschrieben wird weiterhin hier, aber dort werde ich nun regelmäßig die neue Musik abladen. Die letzte 5-Track-EP steht schon da, die nächste kommt schon bald dazu. Jeder zahlt, was er will - mindestens 0,00 EUR. Na, wenn das kein Schnäppchen ist!

Freitag, 2. Dezember 2011

Tiny Music

Und nochmal was für Augen und Ohren. Die DIY-Hymne für Anfänger und Fortgeschrittene in der You-Tube-Schlafzimmer-Version.

Gott - der Song ist schon über 10 Jahre alt. Weiß noch wie ich den mit Bongos und Westerngitarre in meinem Zivizimmer im Keller eines Altersheimes aufgenommen habe. Auf einem Vierspur-Rekorder! Sowas gibt es heute gar nicht mehr - weder solche Rekorder noch Zivis. Nur die Altersheime gibt es noch, und sie werden immer mehr werden. Mehr und mehr. Nunja... das ist aber alles gar nicht Thema dieses hübschen kleinen Liedes.



Mittwoch, 16. November 2011

Der hübsche Penner


 In der Düsseldorfer Altstadt sitzt bisweilen ein Penner, der den Eindruck vergangener Schönheit ausstrahlt. Irgendetwas an seinem Gesicht erinnert mich an Hollywood. Nicht dass wir uns falsch verstehen – der Typ ist durchaus ein richtiger Penner mit Bier und Geruch und so, trotzdem unterscheidet er sich von seinen Arbeitskollegen drum herum. Er bettelt nie und ich habe ihn noch nie mit anderen streiten oder pöbeln sehen. Wenn ich recht drüber nachdenke, habe ich ihn noch nicht mal jemals sprechen hören. Er sitzt grundsätzlich alleine und scheint nachzudenken.

Ich will mir vorstellen, dass er einmal ein hoffnungsvoller Schauspieler war. Kurz vor dem Sprung in die USA verliert er sich trotz der Warnungen bester Freunde im Alkohol. Enge Kollegen aus dem Filmmilieu mutmaßen über die Ursachen im zu frühen, zu plötzlichen Ruhm. Andere munkeln, er habe die Trennung von seiner Frau - einem Model aus Luxemburg - nie ganz verwinden können. Es folgt der Skandal bei den Filmfestspielen in Cannes. Sichtlich angetrunken uriniert er in einen Blumenkübel neben dem roten Teppich. Danach das Übliche - ausbleibende Rollenangebote, gescheiterter Versuch einer Karriere als Kunstfotograf, peinlicher Auftritt mit fettigen Haaren in einer Latenightshow. Danach Stille.

Wenn er heute auf der Straße sitzt, erkennt ihn niemand mehr. Das Haar ist länger, das Gesicht aufgedunsen, Ansätze eines Vollbarts. Der Geist des späten Jim Morrison aus Pariser Tagen umweht ihn wie ein silberner Vorhang, durch den die anderen Penner ihn nicht sehen können. So kann er ungestört die Menschen beobachten. Wer weiß - eines Tages wird er seine Memoiren auf einer Buchmesse präsentieren. Er wird dabei rauchen und Ginger Ale trinken und verschmitzt erklären, dass das seine Ersatzdroge sei, seit er den Dämonen des Alkohols abgeschworen hat. Ob er Tipps geben könne, wie er das geschafft habe, wird ein Interviewer wissen wollen. Und er wird sagen, die Dämonen hätten viele Gesichter. Jedem Menschen erschienen sie in einer anderen Gestalt und jeder müsse seinen eigenen Kampf gegen sie alleine durchstehen. Der Interviewer wird wissend nicken.

Doch bis dahin ist es noch ein langer Weg. Gestern habe ich ihn wieder gesehen. Er hatte eine schmutzige Bundfaltenhose aus besseren Tagen an und es schien mir, als wäre er im Kampf gegen seine persönlichen Dosenbierdämonen noch arg im Rückstand.


Montag, 31. Oktober 2011

Herren beim Bau

Wenn man nach einem typischen Männerhobby gefragt wird, würden wahrscheinlich die meisten an "Autos reparieren" oder "Angeln" denken. Aber mal ehrlich - wer macht denn das? Viel naheliegender: Bei Bauarbeiten zugucken. Zumindest Herren jenseits der 55 scheinen eine Schwäche für Innerstädtische Baustellen zu haben. Dabei müssen es noch nicht einmal exotische Sprengungen oder dergleichen sein, sondern bereits schnödes Verlegen von Gehwegplatten scheint für viele genügend Anreiz zu bieten, um sich für eine halbe Stunde an die Absperrung zu stellen, wie Zoobesucher vor den Affenkäfig.

Größere Baustellen locken sogar ältere Herren mit Spiegelreflexkamera an! Da freut man sich schon auf die interessierten Gesichter der Neffen und Ehefrauen, die sich den kommenden Sonntag sechs Gigabyte Fundamentarbeiten anschauen dürfen. Früher sind die Leute nach Afrika gereist, um Ihre Verwandtschaft später mit Fotovorträgen zu quälen. Heute reicht die Renovierung des Shoppingcenters zwei Straßen weiter.

Bleibt die bange Frage, ob das jedem Mann ab 50 blüht, oder nur denen, die bereits in jungen Jahren eine Vorliebe für große, laute Maschinen hatten (Stichwort: Flugzeuge und/oder Züge). Damit wäre ich denn raus. Obwohl - einen Schnappschuss von städtischen Bauarbeiten findet sich immerhin auch auf meinem Handy. Nur irgendetwas daran ist anders als die Fotos, die besagte Herren so schießen... ich komm nur nicht drauf, was es ist.


Dienstag, 18. Oktober 2011

Stirling (Teil 1)


Da ist es! Einfach HIER zum kostenlosen Download des neuen Minialbums.
...wie süß das klingt - Minialbum.

Fünf Stücke in 20 Minuten, da spürt man doch den heißen Atem der konzentrierten Kurzform. Stammhörern dürfte die Verwandtschaft des Titels mit dem einer etwas älteren EP nicht entgangen sein. Zufall? Nee... aber sicherlich auch nicht der Beginn eines 12-teiligen Konzepts. Aber vielleicht mache ich ja irgendwann zumindest den Herbst noch voll und widme dem September einige Songs. Obwohl - einen gibt es ja schon, aber der ist auf "November" drauf. Bevor es noch wirrer wird: Viel Spaß beim Hören.

Ach, aber das noch kurz: Nach einigen Selbstversuchen empfehle ich das Hören der Songs am Stück. Allerdings nicht im IC von Düsseldorf nach Hamburg, da dort selbst die verhältnismäßig kurze Laufzeit von mindestens einer Durchsage unterbrochen wird. Besser hingegen läuft's während einer Runde um den Block, während man die schweren Herbstgedanken reifen lässt (auch dieses Jahr wieder in den Top 5 der Herbstgedanken: Liebeskummer und Zukunftsangst). Auch gut - sitzend auf einer Bank mit Blick auf den Rhein. Noch nicht ausprobiert: Angetrunken, zu zweit oder nach dem Neukauf eines Hundewelpen mit dem noch ungewohnten, aber freudig verklärten Blick auf das nun endlich belebte Körbchen. Ich bitte um Erfahrungsberichte.

*Ben*


Samstag, 10. September 2011

Oktober im Oktober

Hat schon einmal jemand bemerkt, wie wunderbar es ist, angetrunken Boysetsfire zu hören während im Fernsehen "Titanic" ohne Ton läuft? Die Bilder von panischen Menschen, die durch wassergeflutete Gänge rennen, ergeben sowohl mit den Brüllstücken als auch mit den hymnischen Balladen eine erstaunlich schöne Verbindung. Der Wodkamix im Blut tut sein Übriges.

Aber das nur am Rande. Eigentlich wollte ich etwas ganz anderes schreiben. Nämlich eine Ankündigung für längst überfällige neue Musik. Im Oktober wird hier ein Mini-Album mit dem Titel "Oktober" zum Download stehen. Es ist der erste Teil einer kleinen Reihe von Download-EPs namens "Stirling". Die ganze Reihe ist eine Mischung aus unglaublich alten, mittleren und ganz neuen Stücken.

Es gibt ja so Songperlen, die es nie aus ihrem 4-Spuren-Analog-Status herausgeschafft haben. Da war ich noch jung und potent und habe so viele Songs geschrieben, das ich mit aufnehmen gar nicht hinterher kam. Einige dieser Perlen habe ich endlich mal entstaubt... ach was - kernsaniert habe ich sie! Neue Texte, neue Teile, neue Instrumente. Eigentlich neue Stücke.

Dann gibt es Songs, die zwar schon auf CD zu hören waren, aber unbedingt mal ein neues Finishing brauchten. Und natürlich habe ich auch einige brandneue Stücke geschrieben und alles zusammen gemischt und in handliche 5er-Päckchen geschnürt. Die ersten 5 Stücke von Stirling (Teil 1) kommen wie gesagt im Oktober 2011. Also bitte schon jetzt aufgeregt sein. Ich bin es auch!

Ahoi
BEN

Dienstag, 23. August 2011

Nachrichten aus dem Kreißsaal

Loriot ist tot. Das kommt zwar nicht sonderlich überraschend, allerdings ist dieses Jahr schon voll genug mit prominenten Sterbefällen, die mich aus verschiedenen Gründen persönlich tangieren. Cy Twombly, Lucian Freud, Roman Opalka... Ich habe inzwischen ein schlechtes Gefühl, wenn ich morgens das erste Mal auf Spiegel-Online gehe, aus Angst ich müsse über den Tod von Jasper Johns oder Gerhard Richter lesen.

Denn das Problem ist ja Folgendes: Wenn berühmte Menschen sterben, wird davon in den Nachrichten gesprochen. Und je zahlreicher die Todesmeldungen, desto verdichteter die Befürchtung, bald seien alle guten, schlauen Menschen tot und die Erde ein trostloser Brocken. Tolle neue gute Menschen scheinen nicht nachzukommen. Man sollte damit aufhören den Tod berühmter Menschen in den Nachrichten zu verkünden. Man sollte statt dessen von deren Geburt berichten!

Wie schön das wäre. Schlagzeile 25. Oktober 1960:

Wie das Kreiskrankenhaus Oberhausen heute bestätigte, ist gestern der spätere Theaterregisseur und Künstler Christoph Schlingensief zur Welt gekommen. Der gesunde Junge ist 51 Zentimeter groß und 3400 Gramm schwer. Er wird ab den 1990er Jahren vorerst für seine skandalträchtigen Theater-, Film- und Fernsehinszenierungen bekannt werden, bevor er sich als gefeierter Aktionskünstler und Opernregisseur, unter anderem für die Bayreuther Festspiele, einen Namen machen wird.

Ich wäre nur halb so traurig über das Ableben von Loriot, wenn die Nachrichten morgen verkünden würden:

In der Nacht auf heute ist in Kassel Robert Lunger zur Welt gekommen. In seiner beispiellosen Karriere vom Hobbyfilmer zum "Größten deutschen Filmwunderkind des 21 Jahrhunderts", wie er später genannt werden wird, soll es ihn wie kein zweiter gelingen, innovative Erzählmuster des deutschen Autorenfilms mit der effektvollen Bildmacht des Hollywoodkinos zur Synthese zu bringen, und damit beiden Genres zu einer lange herbeigesehnten, unverhofften Wiederbelebung zu verhelfen. Seinen frühen Durchbruch wird er 2033 mit einem Film haben, der zur Musik von Ben Folds die fiktive Liebesgeschichte zwischen dem jungen Prinz Harry und einem Stallburschen erzählt.

Da aber das Fernsehen immer nur nach Einschaltquoten schielt, wird weiterhin ausschließlich von Todesfällen berichtet werden. Angeblich weil sich schlechte Nachrichten besser verkaufen als gute, und weil die Leute nunmal lieber von bekannten Dingen und Menschen hören, als von zukünftigen, noch unbekannten Stars. Der wahre Grund ist allerdings ein anderer - Fernsehen ist und bleibt einfach böse.

Mittwoch, 17. August 2011

Trotzdem

Nein, ich bin weder gestorben noch im Dauerurlaub.  Der Videobeweis zeigt meine Gitarre, mein Mikrofon und mich beim Singen im YouTube-Unplugged-Style.


Mittwoch, 11. Mai 2011

Aktion GEGEN GEILE SÄUE IM MUSEUM

Es muss aufhören! Sofort und überall! Nie wieder möchte ich in einem Museum mit hübschen Jungs konfrontiert werden, die mich von der Kunst ablenken. Reicht es nicht, in jeder gottverdammten deutschen Innenstadt Trauben von geilen Typen rumstehen zu sehen – kurzhosig, durchtrainiert, schwanzlastig und völlig hetero? Es gibt Tage, da brauen sich großartige Gedanken in meinem Kopf zusammen. Ideen zu Songtexten verknüpfen sich zu Zeilen und Reimen. Schnell wandert man noch zum Supermarkt für das Abendbrot, sinnend, durchgeistigt, den Text in Gedanken weiterspinnend. Plötzlich stehen sie da vorm Burgerking: Ärmellos, frisch vom Training, Pepsi trinkend, Kaugummi kauend, am Schritt rummachend. Die Art von Typen, die ihren naturfesten Fußballkörper gar nicht noch zusätzlich trainieren müssten, um absolut geil auszusehen. Sie tun es trotzdem. Ich muss mich ernsthaft konzentrieren um nicht völlig schamlos zu glotzen und zack! Alle Gedanken kreisen um die Waden der Athleten – alles andere ausgelöscht. Die Zeilen, die Reime, die fast fertige Strophe – alles weg. Das passiert mir ungefähr zwei mal die Woche und das reicht ja wohl! 

Nun gut, die Straße. Das ist nun mal das natürlich Umfeld sportiver Jungspunde. Man kann ja auch nicht Algen aus dem Wasser jagen zum Baden. Wenn ich allerdings ins Museum gehe, erwarte ich eine sexuell reizfreie Umgebung. Da will ich alleine mit der Kunst und meinen Gedanken sein. Das Museumspublikum sollte optimal ausschließlich aus Seniorenkulturzirkeln und Geschichtsprofessoren bestehen. Wenn das aus Gründen der Diskriminierung nicht durchzusetzen ist, muss eine Gesichts- und Körperkontrolle am Einlass zumindest darauf acht geben, dass athletische Körperpartien unter sackartigen Kleidungsstücken verschwinden. Hübsche Jungs sollen zusätzlich das Gesicht vermummen (Stichwort: anklebbare Bärte). Schulklassen sowieso nur bis Einsetzen der Geschlechtsreife. Wie soll man sich auf Rubens konzentrieren, wenn sich neben einem drei 19-Jährige Berufsschüler an den Boxershorts zippeln? Das muss aufhören.

In italienische Kirchen erhält man nur Einlass, wenn man die Schultern bedeckt hat. Irgendwie muss so was ähnliches doch auch in deutschen Museen durchzusetzen sein. Doch was passiert stattdessen? Die Museen stellen die hübschen Bengel selbst ein und setzen sie an die Kasse! Es ist zum wahnsinnig werden. In Wuppertal sitzt ein so bildschöner Student im Kassenhäuschen des Museums, dass man gar nicht mehr in die Ausstellungsräume will. In direkter Konkurrenz zur Naturschönheit zieht die Kunstschönheit doch immer den Kürzeren! Ganz schlimm: München. Da haben sie einen fleischgewordenen Caravaggio-Jüngling an die Ausgabe der Audioguides gesetzt. Obwohl (oder weil?) in der Sammlung gar kein Caravaggio hängt. 
 
Ich fordere die Aktion „GEGEN GEILE SÄUE IM MUSEUM“. Segregation tut nämlich manchmal ganz gut: Die Boys kriegen Innenstadt, Strand, Park, Rewe, ach überhaupt fast alles. Uns geistigen Menschen stehen die Bibliotheken und die Kunstausstellungen zu. Es muss Sperrzonen geben, Räume zum Denken, entkörperlichte Sphären geistiger Besinnung. Das sollten uns die Prolls schon zugestehen - wir Kulturmenschen treiben uns ja auch nicht auf deren Bolzplätzen rum. Ab und zu jeder mal in sein Eckchen. Und hin und wieder mal ein Proll in mein Bettchen. Da fühlen die sich eh am wohlsten.  


Sonntag, 27. März 2011

Das eigene Stückchen Wahnsinn

Eisbär Knut tot, Liz Taylor tot. Die Frau auf dem Foto tat das einzig Richtige, als sie letzte Woche während meiner Mittagspause vor der Sinnlosigkeit des Schicksals konsequent kapitulierte und den Wirren des Weltenlaufs demütig ihr eigenes Stückchen Wahnsinn hinzugab: Wenn alles zu viel wird, einfach mal einen grünen Lappen ans Gebüsch hängen. So simpel - aber selbst wäre man wieder nicht drauf gekommen.

Donnerstag, 24. März 2011

Freizeitnichtkönner

Erster superwarmer Rausgehsonntag des Jahres. Alle werfen sich in ihre bequemste Jeans oder Jogginghose und rennen an den Rhein. Warum nur der Herr auf dem Foto nicht? Warum stecken seine Beine in gebügelten Anzughosen, Lederschuhen und Berlingtonsocken? Ich weiß es, denn ich kenne das Elend dieser Leute - er kann es einfach nicht. Menschen wie er können keine Freizeit. Sie atmen Business durch jede Pore ihrer Körper und fühlen sich in ihrer Bänkermontur sicher und angepasst. In dem, was man als Freizeitkleidung bezeichnet, fühlen sie sich seltsam unbehaglich. Kurze Hosen empfinden sie außerhalb von Schwimmbecken und Afrikaurlaub als irgendwie falsch. "Anziehen" bedeuet für sie "Hemd anziehen". Wenn sie außerhalb von Sportplätzen aus einer zwanghaften Situation heraus ein T-Shirt tragen müssen (Stichwort: Junggesellenverabschiedung mit blödem Mottoaufdruck-Shirt), ziehen sie es sich ÜBER das Hemd. Sie tun das wirklich! Ich habe zwei Jahre in der Düsseldorfer Altstadt gelebt und bin jeden Samstag beim Milchkaufen in Junggesellen-Motto-Shirt-Trauben geraten. Da habe ich es gesehen! Freizeitnichtkönner, die sich das T-Shirt über das Hemd streifen, weil sie es nicht besser wissen.

Erinnert sich noch jemand an Karl-Theodor zu Guttenbergs fantastische TV-Inszenierung, während der er im AC/DC-Shirt auf einer Wahlkampfbühne "abrockt". So volksnah, so unverkrampft, so ungeheurlich sympathisch - und so entlarvend. Denn das T-Shirt sitzt, na klar, über dem Hemd. Guttenberg ist heimlicher Anführer der Freizeitnichtkönner, und viele viele Menschen sehen darin nicht das Scheitern, das es tatsächlich ist, sondern empfinden das ganze als den "guten Stil eines erfolgreichen Menschen". Es ist so traurig.

Und weil es so schön schrecklich ist, eine Zugabe:

Sonntag, 20. März 2011

Der Mann der die Walnuss aß

Beruhigend ist es, wegen einer relativ harmlosen, weil gut kontrollierbaren allergischen Reaktion in der Notaufnahme des Krankenhauses zu liegen und vom attraktiven Zivildienstleistenden eine dampfende Atemmaske gereicht zu bekommen. Seltsam hingegen fühlt man sich, wenn in den Zimmern rechts und links von einem Leute mit Herzattacken und blutenden Wunden liegen, während man selbst eigentlich inzwischen wieder vollkommen wiederhergestellt ist, und sogar Zeit findet ein Handyfoto von sich selbst zu machen.

So geschehen letzten Donnerstag. Drei Meter neben mir versucht der Arzt das Risiko akuter Brustschmerzen einzuschätzen. Als er zu mir kommt begrüßt er mich  mit den Worten "Sie sind der Mann, der eine Walnuss gegessen hat?" Da wünscht man sich fast noch eine Schnittwunde ins Gesicht, um die Notaufnahme nicht wie ein Dienstleistungsschmarotzer zu blockieren und erklären zu müssen "Ja, die war im Salat. Habe ich zu spät gesehen. Mir geht's jetzt aber wieder gut." Liege ich da falsch, oder haben coolere Typen nicht eigentlich coolere Probleme. Sportunfall! Schußwunde! Mit sowas will man ins Krankenhaus. Aber doch nicht mit einer Nußallergie...

Montag, 28. Februar 2011

Kleiner Punk

Ein Klassiker. Der Song entstand nach einem Hamburger Straßenkrawall und der Erkenntnis, dass die vielen kleinen Steinewerfkids gar nix Politisches im Sinn haben, sondern lediglich ihr MySpace-Profil mit Actionaufnahmen im Wasserwerfernebel pimpen wollen.

Song laden...

Sonntag, 27. Februar 2011

Neue Seite

Zu behaupten, ich käme gerade zu gar nichts mehr, ist maßlos übertrieben, aber zumindest eines geht gerade gar nicht - Homepage bauen. Also flink hierhin gezogen und die Page als Blog getarnt. War ja eh immer so ein Zwischending aus privater Homepage, Blog und Bandseite.  Demnächst hier all die Dinge, die man so erwartet - neue Stücke, Pics, Texte und viele gute Gefühle. Man kennt das ja.

*Ben*